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Das ist doch voll schwul!
#1
Rainbow 
..so heißt es immer wieder mal, wenn Man(n) etwas abwerten will und das selbst wenn es nichts mit Sexualität zu tun hat.
Heute, am internationalen Tag gegen Homophobie (17. Mai), musste ich mich mal wieder fragen, wie es zu sowas kommt und wieso man in der heutigen Zeit noch so verklemmt und teilweise angeekelt oder gar beleidigend auf Homosexualität reagiert und wieso in angeblich aufgeklärten Zeiten "schwul" (oder auch "Opfer", "Spasti"...etc.) als Schimpfwort benutzt wird.
Das kann doch irgendwie nicht angehen! Wir sind doch alles Menschen und haben ein Recht unser Leben nach eigenem Gutdünken zu leben, solange wir damit niemand anderem schaden.
Kennt ihr Homosexuelle Menschen?
Wie gehen euch bekannte Menschen mit Homosexualität um?
Würdet ihr euch in der heutigen Zeit "outen" oder ist die Gesellschaft noch immer nicht reif genug dafür?
Wie geht ihr selbst mit Menschen um, von denen ihr erfahrt, dass sie homosexuell sind?


Ich kann von meinem Großvater erzählen;
Seine mittlere Tochter hat seit sehr vielen Jahren eine Partnerin. Als mein Großvater davon erfuhr war er wirklich schlimm geschockt (meine Großmutter auch) und hat schließlich über mehrere Jahre nicht ein Wort mehr mit ihr geredet und wollte sie partout nicht sehen! Da er mit meiner Großmutter über diese Schande der Familie auch nicht reden wollte, rief diese ihren Bruder an um ihn um Rat zu fragen, wie sie denn nun mit ihrer Tochter umgehen sollte. Daraufhin ist mein Großvater angeblich ziemlich böse geworden und hat Omama angemacht dass man "sowas" doch nicht auch noch in die Welt hinausposaunt ...und so weiter....
Das war für meine Tante wirklich schlimm und ich bin froh dass meine Großmutter begriffen hat, dass es für sie zwar fremdartig ist, aber ihre Tochter noch immer ein lieber Mensch ist und deshalb kein noch so wütender Großvater sie davon abhalten könnte, zu ihrer Tochter zu stehen.
Nach mehr als zehn Jahren ist es für meinen Großvater noch immer schwer, beim Anblick seiner Tochter nicht eine böse Grimasse zu ziehen, aber immerhin reden sie wieder miteinander und ist wohl nicht enterbt...


Ich hoffe ich bin mit meinem Titel jetzt niemandem zu nahe getreten, er sollte lediglich Aufmerksamkeit erzeugen.
Ich persönlich habe keine Probleme damit, wenn ein Mann einen mann liebt oder eine Frau eine Frau. Ich habe eher Probleme mit Polygamie aber das ist ein anderes Thema und wirkt sich nicht auf mein Gebaren aus! (Außerdem ist das eher einfach nur ein Unverständnis meinerseits...da bin ich einfach zu besitzergreifend)
Jeder Mensch sollte doch leben und lieben können, wie er es für richtig hält, wenn Niemand dabei zu schaden kommt!
#2
„Jeder soll nach seiner Façon selig werden." sagte schon der Alte Fritz.
Ok, ihm ging es dabei eher um Religionsfreiheit, aber es passt trotzdem.

Mir ist ehrlich gesagt völlig egal, wer was für ein auch immer geartetes Sexualleben hat, solange dieses immer im Einverständnis mit allen Beteiligten (die mündig sein sollten) ist. Wenn da jemand auf rote Haare steht oder eine Frau lieber 3 Partner hat oder ein anderer Badelatschen beim Sex anhaben muss, ist das deren Sache und mir ziemlich egal, ich finde, das geht mich weder was an, noch will ich das Wissen.
Im Falle von Homosexualität ist es nicht ganz so einfach, man sieht ja direkt am Lebenspartner, dass die Sexualität von klassischen (um nicht zu sagen veralteten) gesellschaftlichen Norm abweicht.
Aber ob mir ein Freund einen Mann als Lebensgefährten vorstellt oder eine Frau, macht für mich keinen Unterschied. Für mich ist die Person erstmal nur Partner des Freundes.
Und ganz ehrlich: was ändert sich dadurch für mich? Ob ich ein heterosexuelles oder ein homosexuelles Paar zum Essen nach Hause einlade, ich brauch die gleiche Anzahl an Gedecken, ich muss mir genauso viel oder wenig Gedanken um Lebensmittelunverträglichkeiten machen, egal welche Konstellation da vor mir sitzt.

Ich verstehe aber, wenn Eltern damit Probleme haben, wünschen sich doch die meisten irgendwann Enkel und wenn dann das womöglich einzige Kind sich outet und klar stellt, auf biologischem Wege wird das wohl nichts, ist das für die ein Schock, ihre Träumee nach Nachkommen in weiteren Generationen sind in Gefahr oder gar geplatzt, die eigene Linie endet womöglich. Das verkraftet nicht jede® so ansatzlos.
Dazu kommt, dass Eltern eben eine andere Generation sind und mit anderen Werten aufwuchsen, anders geprägt sind. Die neue, freie und tolerante Welt kann gerade den Älteren Angst machen.



Das "schwul" u.a. zur Zeit in der Jugendkultur als Schimpfwort auftaucht, hat wahrscheinlich nicht mal allzu viel mit Homosexualität zu tun. Jugend verwendet Worte kreativ, eben auch mal anders. Gerne eben auch gegen die Wertigkeit erwachsener Normen gesetzt. So ist "das ist voll porno!" ein hohes Lob.
Homophobie mag in manchen Fällen etwas damit zu tun haben, das sind aber Ausnahmen, wie ich heute von einem schwulen Lehrer im Radio hörte, der sich eben auch mit seinen Schülern über diesen Sprachgebrauch austauschte.

Wir sind auf einem wirklich guten Weg zu einer freien, toleranten Gesellschaft und das in sehr vielen Ländern auf der Welt. Es mag vereinzelt Rückschritte geben (Russland), aber in der gesamten westlichen Welt ist Homophobie ein sicherlich störendes und auch gefährliches Phänomen, aber ähnlich wie Antisemitismus nur eines von Randgruppen, die kleiner sind als die von ihnen diskriminierte oder attackierte Gruppe.
#3
So lange ich bewußt schwul lebe ist mir echte Homophobie im Alltagsleben eher selten begegnet. Meine Eltern fanden mein schleichendes Outing nicht besonders prickelnd, aber sie waren auch nicht wirklich überrascht, als ich damals mit meinem ersten Freund bei ihnen auftauchte. Den hatten sie dann sogar lieber als mich, von daher... ^^
Meistens bekomme ich intolerantes Verhalten Schwulen und Lesben gegenüber nur über Dritte mit. Ich habe einige schwule Freunde im Netz, die oft genug über homophobes Denken und Handeln ihnen gegenüber berichten. Einige wurden auch offen auf der Strasse beschimpft, wenn sie mit ihren Partnern unterwegs waren, und einige wenige sogar verprügelt.
Das zeigt einfach, dass diese Gesellschaft noch immer Nischen für jene bietet, denen die "moderne" Welt zu schnell voran marschiert. Das gilt aber auch für den schon von Eisbär angesprochenen Antisemitismus. Selbst offen ausgelebter Rassismus ist mir schon untergekommen, und da fiel selbst mir nichts mehr ein. Dann steht man da und kann kaum glauben, was man da gerade zu hören bekommt. Dabei kursieren selbst unter Schwulen solcherlei Unmenschlichkeiten, kein Scherz. Es gibt Schwule, die irgendwie in der Gesellschaft angekommen sind und sich das Recht dazu herausnehmen auf Menschen anderer Hautfarbe einzuschlagen, und das nicht immer nur verbal. Gruselig, aber leider wahr.

Ansonsten frage ich mich ganz ehrlich, warum um das Thema Homosexualität immer noch soviel Wind gemacht wird. Seit den 80ern hat sich soviel getan, dass ich nur froh sein kann, wenn es den meisten Menschen einfach mal egal ist, ob ich schwul bin, hetero oder sonst irgendwas. Natürlich sollte man darüber diskutieren, vor allem wenn man merkt, dass das Thema eben doch noch Brennstoff liefert. All jene, die nicht damit klarkommen können mir allerdings auch egal sein, es kümmert mich nicht, was sie von mir halten. Da gehen nur deren eigene Ängste vor der Verweichlichung (schwul = weibisch, weich, unmännlich) und ihre schmutzigen, unausgelebten sexuellen Fantasien mit ihnen durch. Das wiederrum finde ich verweichlicht, aber das könnte hier jetzt den Rahmen sprengen.

Das ich bei dem Wort "schwul" schon lange nicht mehr zusammenzucke steht im Zusammenhang damit, dass es inzwischen so alltäglich geworden ist, dass ich darüber eigentlich nicht mehr nachdenke. Wie Eisbär schon sagte ist es ein Modewort, dass kaum im sexuellen Sinne gemeint ist. Aber das haben wir ja der modernen Hip-Hop-Kultur zu verdanken, auf die ich eh nichts gebe.

Es hat sich schon viel getan in der Toleranz der europäischen Bevölkerung, was Homosexuealität betrifft. Leider ist das noch nicht überall angekommen und ich erlebe leider oft genug, vor allem bei jungen Schwulen, dass sie es sehr schwer haben, sich zu outen und offen damit umzugehen. Wirklich traurig.
#4
Moin,

gerade hat Frankreich gezeigt, dass Homosexualität durchaus gesellschaftlich, bzw. vor dem Gesetz gegenüber der Heterosexualität als absolut gleichwertig anerkannt werden kann.
Vielleicht hat das ja eine "ansteckende" Wirkung auf andere Länder der EU.
Und was diese Phrase "voll schwul" angeht: Ich glaube, dass sie von einigen "lediglich" deshalb gebraucht wird, weil sie eben so dermaßen politisch unkorrekt ist und man damit aneckt...

Gruß!
#5
(18.05.2013, 11:29)Hoshy schrieb: Ansonsten frage ich mich ganz ehrlich, warum um das Thema Homosexualität immer noch soviel Wind gemacht wird. Seit den 80ern hat sich soviel getan, dass ich nur froh sein kann, wenn es den meisten Menschen einfach mal egal ist, ob ich schwul bin, hetero oder sonst irgendwas. Natürlich sollte man darüber diskutieren, vor allem wenn man merkt, dass das Thema eben doch noch Brennstoff liefert. All jene, die nicht damit klarkommen können mir allerdings auch egal sein, es kümmert mich nicht, was sie von mir halten. Da gehen nur deren eigene Ängste vor der Verweichlichung (schwul = weibisch, weich, unmännlich) und ihre schmutzigen, unausgelebten sexuellen Fantasien mit ihnen durch. Das wiederrum finde ich verweichlicht, aber das könnte hier jetzt den Rahmen sprengen.
Es stimmt schon das sich seit den 80er etwas getan hat, aber eine gesamtgesellschaftliche Toleranz gegenüber Schwulen hat sich trotzdem nie entwickelt. In der Eurobarometerumfrage von 2006 steht "Die Umfrage zeigt auch, dass die Toleranz gegenüber Homosexualität recht
begrenzt ist .Im Durchschnitt finden nämlich nur 32% der Europäer, dass es gleichgeschlechtlichen Paaren überall in Europa erlaubt sein sollte, Kinder zu adoptieren. Tatsächlich akzeptiert in 14 von 25 Mi
tgliedstaaten weniger als ein Viertel der Bevölkerung die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare. Etwas toleranter ist die öffentliche Meinung hingegen bei gleichgeschlechtlichen Ehen. So stimmen 44% der EU-
Bürger zu, dass solche Ehen überall in Europa zugelassen sein sollten.
Erwähnenswert
ist, dass sich einige Mitgliedstaaten durch sehr hohe Akzeptanz vom
Durchschnittsergebnis abheben.
Die Niederlande führen die Liste mit 82% der
Befragten, die für gleichgeschlechtliche Ehen sind, und 69% der Befragten, die dem
Gedanken der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare zustimmen, an.
Am stärksten ist die Ablehnung dagegen in Griechenland und Lettland (beide 84% bzw.
89%) und Polen (76% bzw. 89%). "
Ob die Spekulatkionn das dies an unausgelebten sexuellen Fantasien und Angst vor der Verweichlichung liegt so seriös ist, weiß ich nicht.
Auffallend ist, das in der Umfrage die Länder, die am meisten gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und dem Adoptionsrecht stimmen, aus dem früheren Ostblock sind, oder eine stärkere religiöse Bevölkerung haben. Ob dies auch in einer gesteigerten Alltagsablehnung in diesen Ländern resultiert weiß ich nicht, könnte ich mir aber vorstellen.
Unter Jugendlichen bedeutet dieses Wort nicht zwangsläufig auch das sie was gegen Schwule haben, sondern sie das Wort, einfach als Beleidigung in ihren Wortschatz aufgenommen haben ohne die Ursprüngliche Bedeutung des Wortes mitzunehmen.
Bei streng religiösen Menschen ( Christen, Muslime, Juden ) ist Homoexualität einfach eine Sünde weils im Buch steht.
Die älteren Jahrgänge (vor 1960 )scheinen es eher hinzunehmen das es Homosexualität gibt, und sie nichts dagegen machen können, als das sie es tolerieren. Diese Aussage natürlich sehr starkk verallgemeinert.


Quelle: http://ec.europa.eu/public_opinion/archi...hts_de.pdf
20.05. 2013, 1800 Uhr.
#6
Als um ehrlich zu sein, ist es mir total wumpe ob jemand schwul, lesbisch, bi oder hetero ist.
Denn es zählt doch nur das man glücklich ist und in seinem Partner sein Glück findet.
#7
sehe ich auch so wie zwiebel, so lange der oder die eine mir damit nicht auf den geist geht...


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