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Die wirre Gedankenwelt der Frau Flupps
#1
Ich kann weder basteln, noch nähen... aber ich schreibe gerne. Gedichte... Kurzgeschichten... einfach aus Bock.

Ich hoffe, ich komme da auch irgendwann mal wieder intensiver zu.

Aber ich möchte hier gerne nach und nach meine Werke der letzten Jahre reinstellen.
#2
Sommerabend

Und an einem lauen Sommerabend steht sie da… hoch oben auf dem Dach des Hochhauses… von hier kann sie alles überblicken. Die ganze Stadt in ihrer wahren Schönheit. Wahre Schönheit? Oder doch alles nur Trug?

Doch sie steht einfach nur da… am Rande… ganz nah am Abgrund… nur einen Schritt noch entfernt. Wovon entfernt? Erlösung? Befreiung? Oder einer unendlichen Dummheit?

Sie steht nur da und breitet ihre Arme aus… sie fühlt den warmen Wind, wie er ihren ganzen Körper umspielt, als würde eine Hand sie berühren. Berührungen, die sie schon so lange vermisst… Wärme, von der sie nicht mal mehr zu Träumen vermag.

Tränen laufen ihr die Wangen runter, doch sie spürt keine Trauer… sie spürt auch keine Wut… keine Enttäuschung… keine Liebe… keinen Hass… keinen Schmerz. Sie spürt nichts… nichts außer dieser Leere… eben DAS Gefühl, dass sie seit Tagen verspürt… dieses Nichts, welches ihr so große Angst macht…eben das Nichts, weshalb sie nachts nicht mehr schlafen kann.

Es ist nur ein einziger Schritt… ein kleiner Schritt…

Mit ihren Zehen kann sie genau spüren wo der gesicherte Boden aufhört und der Abgrund beginnt… ganz genau kann sie es spüren… sie schließt die Augen…

Einen Moment lang beginnt sie zu träumen… von dem freien Fall… von dem Gefühl, endlich erlöst zu sein… dieser endlosen Ruhe.

Eine Flucht vor dem Alltag… vor dem, was war… vor dem, was ist… vor dem, was kommt… befreit sein von den ganzen Sorgen und Qualen, die auf ihren schwachen Schultern lasten. Die sie sich immer wieder selbst inszeniert. Die endlosen Gedankenkreise in ihrem Kopf, die einfach keine Ruhe geben…

Sie zuckt zusammen… der Wind wird spürbar kälter… dunkle Wolken ziehen am Himmel auf… sie geht einen Schritt zurück… dann noch einen… dann dreht sie sich um und geht… läuft… die Treppen herunter… immer schneller… ihre nackten Füße schmerzen, ihr ist einfach nur kalt… sie wischt sich die Tränen aus dem Gesicht.

Dann öffnet sie die Tür… dort ist er wieder… der Alltag… die Straße… Autos… Menschengewirr… ein letzter Blick nach oben… sie kann das Dach des Hochhauses sehen… ein sanftes Nicken… ein Abschiedsgruß… gute Nacht lieber Traum… willkommen, verhasstes Leben.
#3
Fremde Hilfe

Ich schaue in den Spiegel
Du bist mir völlig fremd.
„Wer bist du?“ frage ich dich.
Du schaust mich an und schweigst.

Ich weine und sehe, dass du mit mir weinst.
Ich kann dir aber nicht helfen, denn ich weiß nicht wie.
Ich kenne deine Sorgen, deine Probleme, deine Ängste…
Jeden einzelnen Schmerz kann ich mit dir fühlen.

Ich kann dich aber nicht trösten,
denn ich empfinde nichts für dich.
Du bist mir fremd und dadurch ziemlich egal.
Ich sehe Verzweiflung in deinem Blick.

Ich weiß nichts von dir. Nicht, was du magst,
nicht, was dir gut tut und was dir schadet.
Dabei sehen wir uns doch täglich!
Hörst du mir denn niemals zu?

Ich schreie dich an: „Warum hilfst du mir nicht!
Bin ich dir nicht wichtig genug?
Für andere bist du immer stark, warum nicht für mich?
Sag mir, warum nicht für mich?“

Die Worte verhallen, es ist wieder Still.
Ich sinke zu Boden, auch du kniest vor mir.
Lass uns Freunde werden sag ich leise zu dir.
Zum ersten Mal sehe ich ein Lächeln in deinem Gesicht.

Der Weg ist weit, aber ich bin immer bei dir.
Ich gebe dir die Kraft und die Stärke die du brauchst.
Fang an, für dich zu leben, deinen Weg zu finden.
Und du wirst sehen, wie schön das Leben ist.
#4
Mein Arbeitsplatz Big Grin

Ich stehe vor der Eingangstür....
Zwei Schlüssel wurden mir gegeben...
Unterschiedlich groß...
Ich nenne sie das „kleine Elend“ und das „große Elend“
Das kleine Elend ist für die Haupteingangstür... das ist noch zu ertragen.
Den wahren Horror schließt das „große Elend“ auf, die Tür zu unserem Büro.

Wie jeden Morgen sitzt es schon da... mein Feindbild Nummer 1.
Diese Kollegin, die einfach jeder hat und keiner mag.
Sie nimmt sich selbst zu wichtig... und plappert ohne Punkt und Komma.
Sie redet über Dinge, die ich nicht hören will und von denen ich hoffe, dass ich sie schnell wieder vergesse.

Ich nehme nur Satzfetzen wahr „Gestern im Fernsehen... das war toll...mein Mann und ich... haben wir gelacht...“... alles andere klingt für mich wie das Geschnatter einer Ente und ich habe im Kopf das Bild vor Augen... von dieser Ente... mit der Stimme meiner Kollegin... und ich drehe ihr den Hals um... das gefällt mir...

Das Telefon unterbricht meine Gedanken... ein Mann ist am Telefon. „Sie verkaufen doch Dichtungen?!“ Ich denke „Nein man... wir nennen uns nur Dichtungstechnik...wir verkaufen Brötchen... belegte Brötchen...“ Antworte dann aber ganz brav „Ja, da sind sie richtig informiert, womit kann ich ihnen behilflich sein?“

Ja, das war nett.. ich bin immer die nette Frau am Telefon... die freundliche Dame, mit der man gerne spricht... hilfsbereit... zuvorkommend... widerlich!
Ich hasse meinen Job... ich helfe gern... aber ich hasse es, Leuten Dinge zu verkaufen, die mich nicht interessieren. Dichtungen langweilen mich.

Nach einer halben Stunde Beratung sagt der Kunde „Ich überlege es mir noch“ - Kopfschuss... na danke auch.

Die Kollegin süffelt ihren 3. Kaffee und erzählt uns von ihrem Bauchtanzkurs... großartig... dieses Kopfkino werde ich nicht mehr los. Mir wird kotzübel und ich versuche mich mit der Arbeit abzulenken.

Die Zeit steht still... die Zeiger scheinen heute Rückwärts zu laufen...

Der nächste Kunde am Telefon. Er nuschelt... ich verstehe kein Wort. „Boah Typ, nimm die Wolldecke aus dem Mund“ denke ich... aber nein... „Ich habe Sie nicht verstanden, würden Sie das bitte nochmal wiederholen?“... ich spiele meine Rolle perfekt.

Die Kollegin beginnt meinem Kollegen einen Teil ihres Bauchtanzes vorzutanzen... ich ertrage es nicht mehr... ich mache die Augen zu... denke ans Meer... irgendeinen verlassenen Ort, wo kein anderer Mensch ist... nur ich allein...

Am Telefon nuschelt der Kunde „Sind sie noch da“ - na klar... bin ich... auch wenn ich am liebsten flüchten würde.

So zieht sich meine Zeit in dieser Hölle wie Kaugummi bis zum ersehnten Feierabend... ich nehme meine Tasche... ich kann das „kleine und das große Elend“ darin klimpern hören...

Und jetzt könnt ihr mich mal... ich bin weg!
#5
Tief konnte ich in deine Seele dringen…
viel tiefer als jemals zuvor.
Die unendlichen Weiten einer anderen Welt -
getragen von erkalteten Emotionen aus Eiskristallen.

Ich folge dem Weg bis zu deinen innersten Sehnsüchten,
ein Platz, den niemals zuvor ein Mensch hat gesehen.
Ein Ort voller unerfüllter Wünsche und Träume -
umrandet von Mauern in tristem Alltagsgrau.

Hier lagern Dinge, die nie ausgesprochen wurden.
Dinge, die verdrängt wurden, wie das Tageslicht bei Nacht.
Und doch sind sie voller Schönheit und zartem Glanz,
weil sie von dir gepflegt wurden wie ein kostbarer Schatz.

Alles wirkt hier wie ein magischer Zauber,
glitzert und glänzt in den verschiedensten Farben.
Es schreit geradezu danach, ins Freie zu gelangen,
doch du hältst es gefangen uns sprichst es nicht aus.

Spielzeuge und Kuscheltiere aus Kindheitsträumen
schweben in Seifenblasen durch den tristen, grauen Raum.
Ein Meer aus zehntausend roten Rosen
formt auf dem eiskalten Boden ein großes Herz.

Ich sehe deine Träume von einer glücklichen Familie.
Einem Haus… einem Garten… einem kleinen Hund.
Ich seh’ dich als Kind mit einem Lächeln im Gesicht
während deine Mutter dich liebevoll umarmt.

Tränen laufen mir über die Wangen,
so viel Schönheit und Reinheit – verborgen im Grau.
Niemals wird diese Schönheit nach außen dringen,
denn die Mauern, die sie umgeben sind aus Stahl.

Aus Verzweiflung schlage ich gegen die Wände,
versuche zu zerstören, was dies gefangen hält.
Doch auch ich bin machtlos gegen die Mauern deiner Kindheit,
die höher und fester wurden mit jedem Jahr und Tag.

So verlasse ich diese Welt mit traurigem Blick
Stehe nun vor dir und schaue dich an.
Ich sehe deine Narben und versuch dich zu trösten
doch die Vergangenheit bleibt…bis in alle Ewigkeit.
#6
Kranker Scheiss:

Hallo… hier bin ich. Unter der Decke. Ist es noch da?

Wovon ich spreche? Hmm… wo soll ich nur anfangen. Eigentlich weiss ich gar nicht, wo oder wann es angefangen hat. Vielleicht war es auch schon immer so. Vielleicht auch nicht. Vielleicht habe ich es irgendwann mal gelernt. Aus der Not heraus… aber das muss dann lange her sein.

Ich habe ein Hobby… nein. Hobby ist das falsche Wort. Ein Hobby macht Spaß. Dies ist aber kein Spaß. Dies ist alles andere als Spaß. Eigentlich sogar das komplette Gegenteil.

Vielleicht sollte ich es einen „Zwang“ nennen oder eine Art Tick. Und jetzt haltet Euch gut fest. Ich erschaffe Monster. Hässlich, böse, gnadenlos – und das in den verschiedensten Variationen.

Okay, das geht zu schnell. Ich fange mal etwas früher an. In meiner Kindheit. Als ich selbst noch sehr klein war.

Ich war sehr aufmerksam und hatte viel Phantasie. Mein Kopf konnte großartige Dinge leisten, aber mein Umfeld war alles andere als ein Paradies. Überall nahm ich schon diese Schwingungen wahr. Unheimliches… ich hörte Erwachsene reden, schnappte hier und da einige Brocken auf. Ich hörte das erste Mal von Monstern und irgendwie war ich auch fasziniert. Und ich war ängstlich.

Ich lag dann im Bett und aus den vielen Brocken, die ich gehört habe, baute ich mir mein erstes eigenes Monster. Es war noch ein recht kleines Monster und trotzdem war es unheimlich. Es saß an meiner Bettkante und schaute mich an. Ich versuchte es wieder zu verjagen, aber ich hatte es nun mal erschaffen. Ich machte einen Deal… wenn ich in den nächsten 5 Minuten noch 8 Autos höre, die am Haus vorbeifahren, dann verschwindet das Monster. Dann ist es nicht mehr da… ich lauschte… eins… da noch eins… und das dritte… innerhalb von knapp 3 Minuten habe ich 8 Autos gehört. Es war weg. Das Monster war einfach weg. Ich schlief ein.

So passierte es immer öfter. Ich erschuf mir immer neue Monster aus den Dingen, die mir meine Umwelt so zu bieten hatte. Die Nachrichten lieferten mir Stoff für meine Monster… Bücher… Filme… Erzählungen von anderen. Jedes Mal, wenn ich zur Ruhe kam, baute ich mir aus dem, was mir das Leben so bot ein Monster. Sie wurden größer, hässlicher und es wurde auch immer schwieriger, sie durch einen Deal wieder verschwinden zu lassen.

Manche Monster hatten so viel Macht, dass sie über Tage oder sogar Wochen an meiner Seite blieben. Sie setzten sich auf meine Schultern und ich spürte ihre Last den ganzen Tag. Keiner konnte sie sehen, aber ich merkte sie deutlich bei allem, was ich tat. Jeder Schritt ist dann unendlich schwer.

Manchmal wurden diese Monster sogar ein Teil von mir… sie spielten mir dann Streiche und ließen mich Dinge sagen, die ich gar nicht so gemeint habe.

Es gab sogar Monster, die ich ohne Hilfe nicht wieder loswurde. Aber wer glaubt einem schon, wenn man von diesen Monstern erzählt? Man glaubt sich ja selbst nicht einmal. Okay… einige wenige wissen, dass es Menschen wie mich gibt, die sich diese Monster erschaffen können und diese probierten mir beizubringen, wie ich meine Monster zähmen kann.

Lange Zeit klappte das ganz gut… zumindest waren die Monster, die ich mir erschaffen habe weniger groß… weniger hässlich… weniger böse und weniger gnadenlos.

Dann kam aber ein Tag, an dem sich vieles verändert hat. Ich sah ein großes Monster mit eigenen Augen. Draußen bei uns vor der Tür… es tobte und wütete und machte nicht nur mir furchtbare Angst. Es war wirklich da. Alle konnten es sehen.

Tagelang schlief ich schlecht aus Angst, das Monster könnte wiederkommen. In fand keine Ruhe mehr. Alles drehte sich. Gedankenschleifen… endlos.

Ich schaffe es trotzdem mit meiner restlichen Kraft, dieses Monster zu verdrängen. Bis zu dem Moment, wo mir jemand sagte: „Sie haben da etwas auf der Schulter sitzen – wird aber wahrscheinlich harmlos sein“

Ich schaute es mir an. Es war winzig klein… ein bißchen flauschig, fast schon niedlich.

Trotzdem konnte ich es mir nicht nehmen lassen, genauer hinzuschauen. Vielleicht ist es ja doch ein Monster?

Ich fing an, mich schlau zu machen… mich zu informieren… was genau ist das überhaupt?

Ich habe dann tatsächlich irgendwo gehört, dass dieses flauschige, kleine Ding… jetzt haltet euch fest… ein Monster sein kann. Ja wirklich!

Von da an ließ es mir keine Ruhe mehr. Und mit den vielen Informationen, die ich sammelte, wuchs auch dieses kleine flauschige Ding immer mehr. Es wurde hässlich…

Keiner konnte es sehen, außer mir. Jeder sah nur ein kleines, flauschiges, harmloses Ding. Keiner konnte verstehen, wenn ich sagte, dass es doch gewachsen sei… dass es doch hässlich ist…

Es lastete immer schwerer auf meinen Schultern. Je mehr ich drüber las, um so böser wurde es… und je mehr ich drüber nachdachte, um so gnadenloser ging es mit mir um.

Mir tat alles weh… Schmerzen… Schmerzen lassen mein Monster wachsen. Schmerzen sind Futter für mein Monster.

Es nahm mir immer mehr die Luft zum Atmen. Es zog mir den Boden unter den Füßen weg.

Abends, wenn es dunkel wurde, dann wuchs das Monster. Es ernährte sich von meinen Gedanken. Es ließ mich nicht mehr schlafen… es sagte dann gemeine Dinge, die ich nicht hören wollte.

Obwohl ich wusste, dass ich dieses Monster nicht mehr füttern durfte, tat ich es immer weiter… bis zu diesem Moment.

Ich kann nicht mehr… ich habe Angst vor einem Monster, das ich mir selbst erschaffen habe. Es ist meiner eigenen Phantasie entsprungen und hat sich selbstständig gemacht.

Darum habe ich mich hier versteckt… unter der Decke. Hier warte ich nun und hoffe, dass mir jemand hilft, dass dieses Monster verschwindet… und dass ich danach dann nie wieder Monster erschaffen werde.
#7
nicht schlecht
#8
Geschichten, die das Leben schrieb, hm?
#9
meinte eher alle threads zusammen
#10
wenn du so stark bist, daß du Monster erschaffen kannst, dann kannst du erst recht schöne Dinge erschaffen... versuchs mal


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