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Jacens bizarre Bizarrilitätenkiste
#1
Ich dachte mir, vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen...Big Grin
Hin und wieder entspringen meinem Hirn gar merkwürdige Ergüsse, und ich werde mal ein paar davon hier posten.

Es geht mal los mit dieser gar putzigen kleinen Märchengeschichte:

Einst lebte in einem Land, das gar nicht so weit weg war wie man glauben könnte, ein gar putziger Gnom, der nicht nur gar putzig war, sondern auch noch gerne putzte, und zwar ziemlich putzig. Am liebsten putzte er seine gnomige Hütte, öffnete alle Türen und Fenster und ließ die Sonne hinein. Abends, wenn es draußen dunkel wurde, sperrte er die Türen und Fenster dann wieder zu und schloss die Läden, verriegelte das Tor, und manchmal gelang es ihm so, ein wenig Sonnenschein einzufangen und über Nacht zu behalten, dann konnte er nachts noch in seinem gnomigen Putzbuch lesen, oder er putzte und polierte die gefangenen Sonnenstrahlen bis sie gar herrlich glänzten und funkelten.
Eines schönen Tages putzte der putzige und gnomige Gnom so vor sich hin, als es plötzlich an seinem Tor pochte und klopfte. Der Gnom senkte seinen Putzlappen und horchte auf. Wer mochte das sein? Er bekam nur sehr selten Besuch, höchstens alle paar Monate mal von Hornbob, seinem hornigen Bruder aus den Finsterbergen, der hin und wieder vorbei kam und mit ihm über putzige Lappen aus Lappland sprach oder ihm seine neuesten Hörner zeigte, die er in seiner Hornhöhle geschnitzt hatte.
Aber diesmal stand nicht der brüderliche Hornbob vor dem Tor, und es war auch nicht der alte Schmucko Schuckmuck, der Nachbar des Gnoms, der sich einen Putzeiner ausleihen wollte. Nein, vor dem Tore stand ein junges Mädchen, kaum älter als acht Menschenjahre, und es hielt einen großen Korb in den Händen, der mit frischem Brot, Wurst, Obst und Weinflaschen gefüllt war.
„Seid gegrüßt, oh putziger gnomiger Gnom!“ sagte das Mädchen artig. Der Gnom putzte sich die gar putzige Nase und musterte das Kind eingehend, ohne ein Wort zu sprechen.
„Vom Walde komme ich her, um Euch Brot und Wein und andere Leckereien zu bringen“, fuhr das Mädchen fort, das ein großes rotes Kopftuch und einen Wolfspelzmantel trug. „Ich komme im Auftrag meiner großen Großmutter! Die wurde wiederum von meiner kleinen Großmutter beauftragt, aber die ist nicht mehr so gut zu Fuß, oh gnomiger Gnom, deswegen hat sie die große Großmutter beauftragt, und die hatte keine Zeit, darum hat sie mir eine Entschuldigung für die Schule geschrieben und mir den Korb gegeben, damit ich diese Leckereien zu Euch bringe, oh gnomiger und gar putziger Gnom!“
„Ich kenne deine Großmütter nicht. Ich weiß ja noch nicht einmal, wer du bist!“ Der Gnom musterte das Mädchen und den Korb voller herrlich duftendem Brot und Obst und Wein. Einzig und allein die Wurst roch nach Drachengalle, was dem Gnom nicht so gut gefiel.
„Warum also schicken deine Großmütter mir diese ganzen Leckereien?“
Das kleine Mädchen zuckte die Achseln. „Keine Ahnung, ich hab sie nicht gefragt, aber ich durfte dafür heute nicht in die Baumschule gehen und stattdessen lustig singend und springend durch die Wälder tanzen, und jetzt bin ich hier, oh putziger Gnom, und ich möchte Euch Wein und Brot und Wurst und Obst geben, und dann lasst uns gemeinsam singen und tanzen und springen und frohlocken!“
Der Gnom legte das gar putzige kleine Köpfen schräg und rollte mit seinen gnomigen Augen, schnupperte mit seiner gar putzigen Nase den wohligen Geruch des frischen Brotes und des herrlich duftenden Weines.
„Oh, habt Dank, holdes Menschenkind!“ bedankte sich der Gnom dann artig und setzte sich mit dem Kind auf die grüne Wiese, und gemeinsam frohlockten sie und aßen und tranken, bis nichts mehr übrig war. Sie sangen und tanzten, tirilierten und sprangen, und die ganzen Tiere des Waldes, die Baby-Bambis und die Baby-Wölfe und die Baby-Katzen und die Baby-Vögel und die Baby-Einhörner kamen aus ihren Verstecken hervor und freuten sich mit ihnen und tanzten und sangen ebenfalls.
„Das war aber lecker!“ stellte der gnomige Gnom nach dem Essen fest. Er führte das Mädchen in seine putzige Hütte und fraß es zum Nachtisch mit Haut und Haaren auf, und ach wie es spritzte und schmodderte und klatschte! Danach musste der gar putzige Gnom ganz lange und richtig dolle putzen, um das ganze Blut weg zu machen und so, und die Tiere des Waldes sahen ihm von draußen zu, und abends tanzte noch ein Sonnenstrahl in der Hütte des Gnoms, der dann ganz vollgefressen und müde in sein gar putziges gnomiges Gnomenbettchen fiel und selig einschlief und von flauschigen Baby-Katzen träumte.
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#2
Und hier noch ein kleines Zombiegedicht, das ich voriges Jahr mal verzapft habe:


An einem grauen Regentag
entstieg ein Toter seinem Sarg.
Er eierte dann durch den Park
und schlurfte stumm und ohne Hast
durch nassen Schlamm und auch Morast.

Beim Wald traf er ein Mädelein,
das stand mit einem Wägelein
ganz kalt und nass und auch allein.
Er kam zu ihr und frass ihr Herz,
sie fühlte nur sehr kurz den Schmerz.

Er sagte artig "Dankeschön"
und wollte gerade weitergeh'n
da konnte er 'was Irres seh'n.
Die holde Maid stand wieder auf,
so nahm das Unheil seinen Lauf.

Sie torkelten zu zweit umher,
Balance halten war recht schwer,
mit Übung aber, bittesehr,
konnten sie schon bald gut steh'n
und langsam, aber stetig geh'n.

Zwei Zombies kamen an ein Haus,
ein Bauer eilte schnell heraus,
eine Szene voller Graus'!
In der Hand ein Schießgewehr,
machte er's den Zombies schwer.

Doch nach kurzer Rangelei
war der Bauer dann auch Brei,
verhallt war schnell sein letzter Schrei.
Sie labten sich an seinem Darm
und Hirn und Bein und einem Arm.

Beide Zombies zogen weiter,
torkelnd, blutend, voller Eiter,
sie erschreckten einen Reiter,
voll Angst fiel er von seinem Pferd,
er schmeckte gar nicht mal verkehrt.

Frisch gestärkt ging es auf Reisen,
um in Hirne rein zu beißen.
Ein Opfer störten sie beim Scheißen!
Das Blut färbte die Kacheln rot,
doch blieb niemand lange tot.

Die Zombiezahl stieg weiter an,
besonders an der Autobahn.
Rufen konnte man sich spar'n.
Bald schon war'n sie überall,
brachten dieses Land zu Fall.

Jetzt sind sie in der Überzahl,
machen uns die Flucht zur Qual.
Sie schlurfen über Berg und Tal.
Keiner kann jetzt noch entflieh'n,
wir müssen jetzt den Kürz'ren zieh'n.

Sie stöhnen und sie lärmen
da draußen, und sie wärmen
sich an uns'ren Gedärmen.
Mitten in der Nacht
haben sie uns umgebracht.

Zombies tapern durch die Stadt,
ein großes, lebend' Massengrab
(etwas, das ich gar nicht mag!)
Bis hierher höre ich ihr Stöhnen,
ich werd' mich niemals dran gewöhnen!

Sie dringen in die Häuser ein
ich höre meine Nachbarn schreien.
Ich lausch' dem Ende ihrer Pein.
Nun sind auch sie die lebend' Tot'
woll'n mein Gehirn als Abendbrot!

Das Haus wird schnell zur Todesfalle,
ihr höre Schreie und Geknalle,
doch fliehen könn' nicht alle.
Es sieht für mich sehr düster aus,
hier kommt wohl keiner lebend raus.

Doch dann, mit allerletzter Kraft
hab ich es aus dem Haus geschafft,
ein paar Zombies dahingerafft
Ich lade schnell die Flinte neu
es hagelt nur so Blut und Blei.

Ein zweiter Schuss zerfetzt den Schädel,
sieht nicht hübsch aus, ist aber edel!
Ich rett' noch schnell ein Mädel,
wir laufen fort durch dunkle Gassen,
entkommen so den Zombiemassen!

Sie folgen uns mit lauten Schreien,
wir lcihten zwar die Zombiereihen,
und lassen uns're Waffen speien,
doch es werden immer mehr,
das macht das Fliehen wirklich schwer!

Die Stadt ist voll, auf jedem Platz
machen Zombies auf uns Hatz!
Sie geben Brains den Todesschmatz.
Wir müssen aus der Falle raus,
doch jede Straße führt ins Aus!

Dann, und das ist gar nicht fein,
da kreisen sie uns langsam ein.
Gestöhne wird zu lautem Schreien.
Die Kugeln werden langsam knapp,
das ist ein Blick ins eig'ne Grab!

Mit letzter Kraft, die Waffen leer,
das Ganze ist nicht wirklich fair,
die Zombies kommen hinterher.
Sie sind zum Greifen nah'
doch dann, oh wie wunderbar!

Ein Hubschrauber auf einem Dach!
Die Rotoren machen Krach.
Beinah' hätt' ich laut gelacht!
Wir könnten flieh'n, wir könnten siegen!
Doch keiner von uns kann ihn fliegen!
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#3
Jacen wie er leibt und lebt. Lyrik vom Feinsten im Angesicht der Bizarrilität. ^^ Bitte mehr davon.
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#4
Echt klasse. Bekommen wir noch mehr davon? Das wäre totale Sahne
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#5
Dann bitte noch den Ara!!!
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#6
Hm, ich weiß gar nicht, ob ich den Ara noch irgendwo habe...
Jetzt gibt's erst mal was älteres für die Nacht:

Demons walk the streets

„Pass schön auf, wenn du heute nacht draußen herumläufst“, sagt die Mutter zu dem Kleinkind. „Es ist eine eigenartige Nacht heute, es könnten Dämonen unterwegs sein.“
Das Kind hat Angst, aber es nickt nur stumm.
Die Mutter weiß, dass die Dämonen, die in den Straßen herumtorkeln, eigentlich harmlose Kreaturen sind. Sie sind viel zu langsam, als dass sie irgendeine Gefahr darstellen könnten. Aber nichtsdestotrotz sind es Kreaturen…
Heute ist irgendetwas los. Die Mutter weiß nicht, was es ist, aber sie kann es spüren. Und außerdem waren heute abend wieder ekelhafte beinlose Krebse in der Zeitung versteckt, als sie diese aus dem Briefkasten gefischt hat, und sie hat sie zu spät gesehen und einem direkt in den fleischigen Bauch gefasst.
Durch das beschlagene Küchenfenster kann sie jetzt einen der Dämonen erkennen, der vorne an der Straße im Schein der Gaslaterne steht und sich kaum auf den Beinen halten kann. Langsam setzt er sich in Bewegung und schleicht über den Gehweg.
„Weiche ihnen aus, wechsele am besten die Straßenseite, wenn dir einer zu nahe kommt, ok?“
Das Kleinkind nickt.
„Und setz’ deine warme Mütze auf und binde den Schal um, ja?“
Das Kleinkind nickt noch einmal.
Dann schickt die Mutter es hinaus in die Nacht. Es ist kalt, und die eisige Luft kriecht sofort in den Flur, als die Haustür geöffnet wird. Schnell verriegelt die Mutter das Türschloss und zeiht sich in die Stube zurück, wo der Kohleofen noch etwas Behaglichkeit spendet. Die Mutter wickelt sich in Ihre Decke und greift zum Dornenspiel.
Von draußen hört sie das eigenartige Krächzen der Dämonen. Ja, es ist in der Tat eine eigenartige Nacht heute.
Das Kleinkind marschiert inzwischen nach vorne zur Straße, das hellblaue Mützchen und der Schal schützen ein wenig vor der Kälte. Das Kind dankt seiner Mutter im stillen für die warmen Sachen und weiß, wie sehr seine Mutter es liebt. Es erreicht die Straße und wechselt vorsichtshalber auf die andere Seite.
Die Straße ist rutschig vom Eis, und unter der dicken glänzenden Eisschicht kann das Kind ein paar erfrorene kleine Krebse erkennen – viel kleiner als die aus dem Briefkasten, die seine Mutter heute so erschreckt haben.
Das Kind macht sich auf den Weg durch die Nacht. Sein Atem bildet kleine verpuffende Wölkchen vor dem Mund.
Das Kind passiert die totenstillen Häuserblöcke und das stillgelegte Gaswerk. Die meisten der vergitterten Fenster sind schon dunkel, und dort, wo zuerst noch Kerzen- oder Gaslampenschein flackert, erlischt das Licht, wenn das Kleinkind näher heran kommt. Niemand sonst ist zu dieser Stunde noch in den Straßen unterwegs – abgesehen von den Dämonen. Das Kind sieht noch drei oder vier von ihnen auf dem Weg bis zur großen leeren Kreuzung, wo die kaputten Ampeln ein einem für sein kleines Hirn wirren Rhythmus ins Nichts blinken und dabei leise sirren.
Die Dämonen schlurfen langsam mit gesenktem Kopf über die Gehsteige, einer von ihnen auch mitten auf der Straße. Natürlich sind sie viel langsamer als das Kind, und sie schienen auch kaum Notiz davon zu nehmen. Ein paar von ihnen murmeln leise vor sich hin, und einer bricht bei einem ausgebrannten Autowrack zusammen und speit gurgelnd eine dunkle dampfende Masse auf den vereisten Boden. Irgendwo am Nachthimmel schreien die geflügelten Kreaturen ihr endloses Klagelied. Es ist, als weine die ganze Welt heute abend.
Es ist in der Tat eine eigenartige Nacht.
Später erreicht das Kind, das jetzt erbärmlich friert, die große Kreuzung und bleibt stehen und lauscht dem Sirren der Ampeln und dem Stöhnen des Windes, der um die toten Ruinen der Häuser. Das Kind kniet auf der Straße nieder – wie immer, wenn es auf Nahrungssuche geht. Es öffnet den kleinen runden Kanaldeckel, den es kaum bewegen kann. Warmer Dampf steigt aus der dunklen Öffnung empor und taut dem Kind das erfrorene Gesicht. Dann muss es nur noch warten. Es dauert nicht mehr lange, und die weißen aalähnlichen Geschöpfe kommen nach oben gekrochen, angelockt durch den Geruch des zarten jungen Fleisches. Das Kind muss noch nach den weichen wirbellosen Lebewesen greifen und beginnt zu essen.
Schnell hat es den nächtlichen Hunger gestillt und macht sich dann auf den langen Heimweg, wieder den wankenden Dämonen ausweichend. Jetzt ist es satt und gestärkt und schneller auf seinen kleinen Beinchen.
Wird es sicher wieder bei seiner Mutter ankommen, die inzwischen zu Bett gegangen ist, die Hände blutig vom Dornenspiel, ihren nackten Körper jetzt unter der Decke gegen die Perandofigur pressend?
Die Mutter schläft, das Kleinkind arbeitet. Die Dämonen schlafen nie.
Es ist in der Tat eine eigenartige Nacht heute.
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#7
Wie krass ist das denn? Genial... wow!
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#8
Mau....., die ist total prima. Echt heavy und total genial
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#9
wunderschöne Geschichten... Danke, daß wir daran teilhaben dürfen !
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#10
Dann kommt dies hier auch noch mal dazu, ist auch schon etwas älter:

Das ABC der Apokalypse

Zappelnde zuckende Zombies, zwölf zerhackte Zwerge, ziemlich zynisch.
Fauliges Fleisch, fast flambierte Füße, feurige Flammen.
Ach, aufsteigende Aschewolken, apokalyptische Ahnungen!
Kaputte Krieger, keuchende Kämpfer, keine Kapitulation, kein Knieen, kein Kuscheln.
Wer wischt’s würgend weg, wenn Wuseldärme wie warme Würste wahnsinnig wabern?
Dämonen donnern dahin, drehende Dorne, drohende Dunkelheit.
Jeder jagt jeden.
Blutige Beinstümpfe, breitverteilt beim Boden, blubbernde Brustreste, breite Bahnen, beschlagene Brillen.
Tropenhafte Temperaturen, tote Tiere, totale Totenstarre.
Gehirnmasse glitscht gegen gelbliche Greisenhaut, glibberige Genitalien gehen glucksend gen Großraumgemülle.
Nagetiere, Nährflüssigkeit, nahender Niedergang.
Lebende Leichen latschen langsam los, lauernd, laut lachend, lebensmüde.
Predigende Pastoren plappern Psalme, provozieren Panik.
Einfach eklige Erscheinungen!
Hunderte heulender Höllenhunde hetzen hilflose Hinterbliebene, halb heraushängende Herzen.
Qualen.
Ohne Orientierung, ohne Obhut, ohnmachtgleich.
Sie schlittern, stürzen schreiend, sterben.
Unselige Unfälle, unzählige Untote, unerhörte Unholde, üble Überreste.
Rastloses Rennen, regennasse Ruinen, rote Rinnsale.
Yyyyyarrrgh!
Immer irrsinniger.
Chaos.
Xenomorphen.
Verlorene Visionen.
Menschheit massakriert.
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