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Verdummung durch Vereinfachung?
#1
Immer wieder hört man, dass die moderne Technik dazu führt, dass Menschen verdummen. Alles wird nur noch gegoogelt, keiner kann mehr Landkarten lesen, etc.

Wie seht ihr das?

Meiner Meinung nach handelt es sich hier mitnichten um eine Verdummung, sondern um eine Verschiebung von Kompetenzen. Gerade was den Bereich der Navigation angeht hat sich da die Technik ständig weiterentwickelt was dazu führte, dass frühere Navigationsmethoden bestenfalls noch als Sicherheit gebraucht wurden.

Was heute gegoogelt und bei Wikipedia nachgeschlagen wird, musste früher auch irgendwann gelernt werden, und ob ich etwas zu Hause im Brockhaus nachschlage (den sich kaum jemand leisten konnte) oder sofort wenn die Frage auftaucht im Internet, macht keinen Unterschied. Im Gegenteil, die ständige Verfügbarkeit von Wissen führt dazu, dass mehr Fragen beantwortet werden und man so sein Wissen erweitert.

Die weite Verbreitung von Navis hat zu solch beeindruckenden Projekten wie Open-Streetmaps geführt, was zum einen für die aktiven User eine weitergehende Beschäftigung mit der Technik und zum anderen für alle anderen zu sehr vielen kostenlos zugänglichen geografischen Daten wie z.B. Straßenkarten führt. Soetwas wäre mit Karte und Kompass absolut unvorstellbar.

Dann hätten wir das Beispiel Smartwatch: viele jammern darüber, dass es mit solchen und künftigen Gadgets viel zu leicht wird, in Prüfungen zu schummeln. Hätte ich meine Pebble zu Schulzeiten schon gehabt, dann hätte ich definitiv versucht, damit zu schummeln! Allerdings wäre ich bei dem Versuch dazu gezwungen gewesen, mich mit der Programmiersprache C zu beschäftigen und hätte mindestens die Grundlagen im Programmieren gelernt.

Ich vertrete also die Meinung, dass durch moderne Technik tatsächlich Wissen unnötig wird und evtl. verloren geht, das aber keineswegs etwas schlehchtes ist, da im Gegenzug viel neues Wissen verbreitet und neue Fähigkeiten gefordert werden. Das war schon immer so und wird wohl auch nie aufhören.
#2
fortschritt ist in gewisser hinsicht zwingend notwendig. allerdings führt er eben wie von dir ausgeführt auch dazu, dass man vieles nicht mehr wissen muss, aber sich auch neues wissen aneignet.

dennoch ist mir aufgefallen, dass dies auch abhängig von der bevölkerungsschicht ist, wenn man dies so bezeichnen kann. gerade was allgemeinbildung angeht ist eine spürbare verdummung subjektiv für mich augenscheinlich. natürlich ist jeder auf seine eigene art und weise klug, ohne frage. man muss nicht alles wissen, weil dafür ist dies zu unbegrenzt.
#3
Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass Allgemeinwissen nur noch in irgendwelchen Quizshows gefragt ist, was ich sehr bedauerlich finde. Wir werden uns (zumindest in den westlich geprägten Industrienationen) eine Generation von Fachidioten heranzüchten, die tatsächlich ohne bestimmte technische Hilfsmittel aufgeschmissen wäre.

Auf der anderen Seite haben auch wir Dinge nicht mehr gelernt, die für unsere Großelterngeneration noch essentiell waren, dafür gehen wir wie selbstverständlich mit Computern und Internet um und selbst der einfache Bäcker hat zumindest vom Namen nach schon mal was von der Relativitätstheorie gehört.

Wir haben ein immer tieferes Wissen von der Welt, unter anderem eben auch, weil wir uns weniger mit Alltagsfragen beschäftigen müssen, die uns Technik, wiederum dank des tieferen Wissens, abnehmen oder beantworten kann. Vor Navigationsgeräten waren es die Telefonnummerspeicher und Organizer, die dafür sorgten, dass wir kaum noch eine Telefonnummer oder einen Geburtstag im Kopf haben. Früher kannten wir dutzende davon auswendig.

Nichtsdestotrotz halte ich es für wichtig, ein gewisses Basiswissen in diesen Alltagsdingen zu behalten. Man muss seinen Weg eben auch finden und zwei, drei Telefonnummern auswendig können, wenn der Akku im Smartphone mal leer ist.
Die Frage ist, wie weit es jeweils nötig, sich "altes" Wissen anzueignen. Das hängt sicherlich von den eigenen Lebensumständen ab. Jemand, der sehr viel unterwegs muss eher wissen, wie man eine Karte liest, als jemand, der immer am selben Ort arbeitet und immer in den selben Ort in den Urlaub fährt.
#4
(12.03.2014, 15:34)Eisbär schrieb: Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass Allgemeinwissen nur noch in irgendwelchen Quizshows gefragt ist, was ich sehr bedauerlich finde[...]

inwiefern war das denn jemals anders?
#5
als man sich noch auf arbeit auch über ordentliche dinge unterhalten konnte z.b., nen anderes beispiel fällt mir gerade nicht ein und nicht nur sich über smartphone, facebook, wann feierabend ist, fussball und themen aus der bildzeitung sich unterhalten wurde, vom ständigen lästern mal ganz abgesehen...
#6
ich behaupte, es war schon immer so, dass man sich auch auf Arbeit hauptsächlich über Sport und aktuelle Ereignisse unterhaten hat...so ist es auch immer noch bei mir im Büro. Allgemeinbildung über das aktuelle Weltgeschehen hinaus ist da irrelevant.
#7
also ich kenn das aber auch anders iwie... natürlich unterhält man sich auch über belangloses zeug, aber tieferen hintergrund hat dies ja nicht iwie. aber wenn man dies dann verfolgt und der mensch verbringt nun einmal eine nicht geringe zeit auf arbeit, dann noch das belanglose in der freizeit dazu rechnet, da kommt man auf sinnvolles unterhalten auf einen nenner von 10% ? aua oder...

kann ich ja gleich die ZEITUNG mit dem höchsten bildungsfaktor lesen und mir barbara salesch anschauen bzw. bauer sucht ochse oder bäuerin sucht stier or what ever...

natürlich braucht der mensch auch seichte unterhaltung et cetera, aber davon zu viel und das ergebnis wird einem präsentiert jeden tag....
#8
Ich halte es für sehr problematisch, dass Kernkompetenzen wie z.B. rechnen verloren gehen. Selbst die heutige Elterngeneration durfte zwar schon in der Schule einen (einfachen) Taschenrechner benutzen, aber trotzdem haben wir noch vernünftig Bruchrechnung, Prozentrechnung und Dreisatz gelernt. Selbst die Aufgaben in der Abiprüfung konnten wir (zumindest theoretisch) auch ohne Taschenrechner lösen.
Heute wird alles bild in das Gerät gehackt, und die Schüler lernen teilweise nur noch mit welchem Befehl sich welche Aufgabe lösen lässt, ohne dass es sie im geringsten interessiert was der Taschenrechner da rechnet, wie die Formel dafür lautet und was man da ggf. "zu Fuß" für rechnen müsste.
Das angezeigte Ergebnis wird dann auch stumpf abgeschrieben ohne dass man sich Gedanken drüber macht. Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses kann dann auch mal 1,3 betragen, weil man sich vertippt hat. Konsequenterweise wird dann die des Gegenereignisses mit -0,3 angegeben. Ob das sinnvoll ist, wird gar nicht gefragt...
#9
[Bild: %24_72.JPG]

quelle

so einen hat ich.... ab der zehnten gab es dann einen taschenrechner, den mußte man kaufen für 110 mark. zur prüfung nicht zugelassen...

50 euro ... lol... der hat früher 20 mark gekostet glaube.... man war ich stolz, wo ich den hatte... bin ich extra in das schreibwarengeschäft am teichgraben hin. hatten ja in der stadt nur zwei geschäfte... Big Grin schöne zeit, da war ich noch klein....
#10
hmm...auch hier sind meine persönlichen Erfahrungen wieder anders. Ich hatte ab der 5. oder 6. Klasse einen Taschenrechner, der irgendwann auch zu Prüfungen zugelassen war. In der Oberstufe wurde der dann durch einen grafikfähigen programmierbaren Taschenrechner ersetzt, der auch in der Abiturprüfung zugelassen war. Dadurch ist aber definitiv NICHTS einfacher und keiner dümmer geworden. Gab es bis dato z.B. die Möglichkeit, das Mathe-Abi nur mit einer fehlerfreien Kurvendiskussion zu bestehen, selbst wenn man alle anderen Aufgaben komplett ignoriert hatte, war das bei mir nicht mehr möglich, weil eben die Kurvendiskussion zum Großteil vom Taschenrechner übernommen wurde und daher nur wenig Punkte gab. Die fetten Punkte gab es dann für ungleich aufwändigere und komplexere Aufgaben.
Ich finde, man muss auch in der Schule mit der Zeit gehen und nicht nur das immer-gleiche Wissen von vor 30 Jahren lehren. Man kann aber natürlich auch nicht immer nur Stoff auf den Lehrplan drauf packen und die Schulzeit verkürzen, das geht schief. Da müssen dann halt andere Dinge abgekürzt werden. Und ganz ehrlich: Kopfrechnen ist heutzutage nicht mehr als ein Sport der nur noch in ganz seltenen Situationen wirklich einen Gewinn bringt - und das sage ich als Ingenieur. Anders sieht es aber mit so Dingen wie Dreisatz aus, die übernimmt kein Taschenrechner, da muss man schon wissen, was man von dem Gerät haben will.

EDIT: wo wir gerade bei Kernkompetenzen sind: da werden zumindest meiner Erfahrung nach im Berufsleben viele Dinge verlangt, die in der Schule im besten Fall am Rande angekratzt wurden. Stichwort: EDV. Wie viele Berufsgruppen kommen heute noch ohne Grundkenntnisse in der EDV aus und wie viel davon wird in der Schule gelehrt?


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