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Was darf Kunst?
#1
Moin,

der Künstler Florian Mehnert wird morgen eine Kunstinstallation eröffnen, die eine Ratte in einer Box zeigt. Das präkere: Man sieht auch eine Pistole, am 24.3. wird diese scharf gemacht und jeder x-beliebige Zuschauer kann per Mausklick die Waffe auslösen und somit die Ratte töten.
Der Künstler will damit die Disskusion über Kampfdrohnen beleben und hofft, dass auch Tierschützer dieses Kunstexperiment nutzen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Süddeutsche Zeitung

Kunst hat in (fast) jeder Zeitepoche Grenzen überschritten, ist (fast) immer auch radikale Wege gegangen, um etwas zu erreichen. Der Künstler ist der Ansicht, dass wir in einer recht abgestumpften Welt leben, in der ein solch extremes Schockerlebnis eben nötig sei, um die Menschen noch aufzurütteln.

Wie seht ihr das? Ist es erlaubt, im Namen der Kunst und der Aufklärung ein Tier zum Abschuss freizugeben?
Ich habe es gerade erst gelesen und muss gestehen, dass ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet habe...

Gruß!
#2
puh, das ist wirklich ein schwieriges Thema....explizit dieses Experiment, denn meiner Meinung nach ist es nichts anderes.
Ansich finde ich es verkehrt, ein Lebewesen zu töten, sofern es nicht des Schutzes (von Mensch oder Umwelt -Stichwort Kahlfraß) oder zum Zwecke der Lebenserhaltung (wozu ich nicht nur Nahrung sondern auch Kleidung zähle, die ich den umweltzerstörerischen Kunststoffen vorziehen will) dient.

Dieses "Kunstprojekt" jetzt finde ich grundsätzlich und von dieser meiner Lebensauffassung nicht richtig.
Allerdings stimme ich mit dem Punkt überein, dass in dieser abgestumpften Welt ein Schockerlebnis wachrütteln könnte...doch ich denke, das passiert eher bei denen, die eh schon skeptischer bei entsprechenden Themen sind und wird die wirklich abgestumpften Menschen nicht erreichen.
Nein, ich denke ich finde das wirklich gar nicht in Ordnung. Wer durch brutale Mittel etwas sagen will, muss meiner Meinung nach so sehr dazu stehen, dass er sich selbst den brutalen Mitteln aussetzen muss und nicht andere für seine Meinung leiden lässt.
#3
Kunst steht über der Moral, aber nicht über den Gesetzen. Tierquälerei (und das ist es im Sinne des Tierschutzgesetzes) im Namen der Kunst halte ich allgemein für Falsch. Zu diesem speziellen Projekt müsste ich mich erstmal näher informieren. Prinzipiell wäre es für mich ok, wenn auf der entsprechenden Website klar und deutlich steht, dass das Auslösen der Rattentötung eine strafbare Handlung darstellt und wer auch immer den entscheidenden Klick macht mit juristischen Konsequenzen rechnen muss (und natürlich die Website auch entsprechend gestaltet ist, dass sie IP-Adressen loggt und alles was außerhalb der BRD sitzt gar nicht erst an den entsprechenden Knopf lässt). Dann fände ich das ganze tatsächlich ein ziemlich gelungenes Kunstwerk...

EDIT: habe jetzt erst gemerkt, dass da noch ein verlinkter Zeitungsartikel ist. Diesem ist zu entnehmen, dass der Schütze anonym bleibt. Insofern finde ich das ganze nicht in Ordnung, da ich mir zu 99% sicher bin, dass bei meiner Variante das Endergebnis das gleiche wäre (irgend ein Idiot würde die Maus töten). Nur dass bei meiner Variante noch gezeigt wird, dass der Schütze dann auch zur Rechenschaft gezogen wird und nicht in der Anonymität des Internets verborgen bleibt.
#4
Die Maus wird auch nicht mehr leiden als irgendwelches Schlachtvieh. Der eine stirbt für die Kunst, der andere für meinen Genuss. Zwischen Gaumen ( darf sterben ) und Kunst ( darf nicht sterben )die Grenze zu ziehen finde ich recht willkürlich.
#5
echt jetzt? Ich finde die Definition von Kunst ziemlich willkürlich und es ist für mich persönlich ein sehr großer Unterschied, ob ein Tier getötet wird, um es zu verwerten (Fleisch, Fell, Leder etc.) oder um der reinen Unterhaltung willen. Und wie sehr die Ratte leiden wird ist meiner Meinung nach kaum abzusehen, da der Auslösende auch erstmal vernünftig zielen muss...es ist ja nicht so, als ob die Ratte auf ein miniatur-Schafott geschnallt wird oder so...

Also um das nochmal klarzustellen: für dich macht es absolut keinen Unterschied, ob 20 Rinder im Schlachthof für Fleisch und LEder geschlachtet werden, oder ob jemand auf einer Weide 20 Rinder umnietet, um das ganze zu Filmen und anschließend die Kadaver auf der Weide verrotten zu lassen? Irgendwie ist mir nicht so richtig begreiflich, wie man das gleichsetzen kann...
#6
Das Tier stirbt ja nicht um der reinen Unterhaltung willen sondern der Urheber will damit ein zeichen setzten.
Bei 20 Rindern wäre die Verschwendung schon wieder etwas umfangreicher aber
aus sicht der Rinder ist es egal aus welchem Gründen sie sterben müssen. Beides ( Verwertungstot/Unterhaltungstot ) ist unnötig, aber beides wird gemacht weil es geht.
#7
Genau das meinte ich mit der Willkürlichkeit der Kunst. Der Typ in meinem 20-Rinder-Beispiel kann ja auch behaupten, dass das ganze ein Kunstprojekt ist um ein Zeichen zu setzen, das ändert aber nichts an der Tat selbst. Und ich habe auch nicht nach der Sicht der Rinder gefragt, sondern nach deiner Sicht ;-)

Soso...Fleischwirtschaft wird also nur betrieben, "weil es geht"? Damit machst du es dir ein bisschen zu leicht.
#8
Naja, meine Sicht habe ich oben schon dargelegt. Es macht für mich eben keinen Unterschied ob ein Typ 20 Rinder umbringt/umbringen lässt und behauptet es ist Kunst, oder ob Tiere sterben um sie zu verarbeiten. In beiden fällen werden die Tiere "konsumiert" und sterben zur Bedürfnisbefriedigung anderer Menschen.
Und selbstverständlich wird die Fleischwirtschaft nur deswegen Betrieben weil es geht. Ich sehe keinen Grund das zu verkomplizieren.
#9
Ich sehe sehr wohl einen großen Unterschied, ob etwas direkt für den Lebensunterhalt (egal wie umstritten vielleicht) oder für die Unterhaltung im Leben verwertet wird.
Aber nicht umsonst ist Ethik eines der schwierigsten und meist diskutkiertesten Themen der Welt mit den unterschiedlichsten Meinungen, von denen keine jemals die einzig richtige sein wird.
#10
Naja, wenn die Unterhaltung der Lebensunterhalt ist, dann passt das ja so mit dem Kunstheini und der toten Ratte.


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