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Kinder
#1
Kinder sind ja bekannterweise die kleinen Lebewesen, die unsere Art erhalten und am ehesten bereit sind die Lebensgewohnheiten der Gesellschaft anzunehmen in der sie Leben.
Es ist wichtig das junge Menschen in Gesellschaften aufwachsen in denen Pluralismus, Toleranz, Demokratie, Meinungsfreiheit, usw. vorgelebt werden, denn dies sind, gerade bei selbstbewusst vertretenen Alternativen, keine Selbstläufer.
So, der Uhrzeit rechnung tragend verkürz ich das und stell meien Frage: " Sind Kinderlose Menschen ( Männer wie Frauen ) egoisten die die Existens bereits etablierter Werte gefährden oder ist das eher humbug?

( Ausführungen von mir zu einer anderen Uhrzeit, gute nacht )
#2
Jeder muss seinen Weg im Leben finden und gehen.

Manche Menschen wollen halt keine Kinder. Und viele sind auch gar nicht dafür geeignet, die Aufgabe von "Erziehung" zu übernehmen.

Ich mein: Wenn man Auto fahren will, geht das nur mit Führerschein. Wenn man eine Maschine bedienen will, bekommt man eine Einweisung und muss Schutzvorschriften einhalten.

Kinder kriegen darf jeder... und dann werden sie vom Jugendamt weggenommen oder umgebracht (ok - das war sehr überspitzt)

Ob nun kinderlose für die Kinder andere gute oder schlechte Vorbilder sind - das ist kaum zu beantworten.

Jeder Mensch ist ein Individuum. Es gibt Menschen, mit Kindern, die schlechte Vorbilder sind und Menschen ohne Kinder, die schlechte Vorbilder sind und genauso ist es mit guten Vorbildern.


Schlimmer finde ich da folgenden Fakt:

Wir Mamas und Papas müssen immer mehr arbeiten, um unsere Kinder überhaupt versorgen zu können - was dazu führt, dass wir kaum noch Zeit für Erziehung haben. Unsere Kinder sind den ganzen Tag in der Schule oder im Hort - bekommen da ihr Essen, machen ihre Hausaufgaben und bekommen dort auch Werte vorgelebt, die sich nicht immer mit denen des Elternhauses decken.

Ich sehe meine Kinder verdammt wenig. Und wenn sie da sind, habe ich auch nicht immer die Zeit für sie, die ich mir wünsche.

Es ist kein Wunder, das psychische Erkrankungen bei Kindern zunehmen. Es fehlt die feste, familiäre Bindung und außerdem fehlen auch die Ferien (normal haben sie 10 Wochen - müssen aber in die Ferienbetreuung, weil die Eltern ja kaum mehr als 4 Wochen davon mit ihrem Urlaub abdecken können)

Aber ich glaube, damit komme ich schon vom Thema ab... sorry, aber das ist etwas, wo ich wenig Spaß verstehe und die Situation, wie sie ist, mich echt aufregt.
#3
FrauFlupps, ich denke nicht, dass das am Kernthema vorbei geht. Denn das ist doch einer der Hauptgründe, warum vor allem Paare aus gebildeteren Schichten sich gegen Kinder entscheiden: weil man sich Gedanken macht, sich die Gesellschaft ansieht und schon von vornherein weiß, dass man den Spagat nicht schaffen wird. Entweder will man die Kinder gut versorgen (und natürlich auch die eigene Existenz für die Zukunft sichern). Oder man verbringt Zeit mit den Kindern und hat eine wahnsinnig hohe finanzielle Unsicherheit, die auch nicht gerade kleiner wird: Leistungen von Krankenkassen werden immer weniger, Lebenshaltungskosten steigen immer mehr, in der Stadt kann man sich entsprechend großen Wohnraum kaum leisten und auf dem Land eine Familie zu versorgen ohne ein Auto ist auch nicht leicht, das will dann also auch finanziert werden.

Und wenn ich das ganze blabla jetzt mal außen vor lasse und explizit auf meine Situation schaue: ich bin in einer 5-Köpfigen Familie in einer Sozialwohnung aufgewachsen, ein eigenes Zimmer hatte ich nie, Taschengeld ebensowenig. Ausgezogen bin ich zum studieren, da habe ich zeitweise von ~ 350 € / Monat gelebt (und davon Miete, Essen und Lernmaterial finanzieren müssen) und in einem schäbigen Zimmer unterm Dach gewohnt.
Mittlerweile bin ich mit dem Studium fertig, habe einen festen Job und fühle mich finanziell gesichert. JETZT kann ich anfangen, mir selbst Wünsche zu erfüllen, ich bin z.B. letztes Jahr zum ersten mal in meinem Leben in Urlaub gefahren (geflogen), und ich sehe es absolut nicht ein, das alles sofort wieder aufzugeben bzw. hinten anzustellen um Kinder in die Welt zu setzen. Nein danke, ich will jetzt gerne erstmal ein bisschen den Wohlstand genießen, auf den ich 20 Jahre lang hingearbeitet habe und nicht darauf hoffen, dass ich irgendwann mit 70 noch fit genug bin, das bisschen Rente was mir dann noch bleibt genießen zu können.
#4
Oh - da sind wir ja ähnlich groß geworden. Wir haben mit 6 Personen auf 55 qm gewohnt. Ich hatte also ein Zimmer zu viert. Da standen 2 Etagenbetten drin und sonst war da kein Platz.

Es war nicht schön, nein. Ich bin mit 16 von zu Hause ausgezogen. Seitdem bestreite ich mein Leben mehr oder weniger alleine. Richtig gut ging es mir finanziell noch nie, aber ich war, bis auf 6 Monate, finanziell immer unabhängig und ich habe immer für mich und die Kinder sorgen können.

Für meine Kinder möchte ich es aber anders und besser als ich es selbst hatte. Darum arbeite ich und versuche trotzdem, mir so viel Zeit wie möglich für die Zwerge zu nehmen.

Bislang kriege ich es gut hin - ich wünsche mir deutlich mehr Zeit, aber ich denke trotzdem, dass ich aus meinen Möglichkeiten das Beste mache.

Meine Kinder sagen mir ganz oft, wie lieb sie mich haben und dass ich "die beste Mama der Welt" bin... und das ist für mich das Wichtigste.

Klar - hätte ich keine Kinder, hätte ich wahrscheinlich jedes Jahr nen tollen Urlaub, schöne Klamotten im Schrank und einen windschnittigen Sportwagen - aber so habe ich 3 tolle Menschen um mich herum. Es macht Spaß, die drei aufwachsen zu sehen - wie sie Dinge lernen und wie sie die Welt für sich entdecken.

Bei mir kommt eben noch dazu, dass mein großer Sohn mit seinem Asperger-Autismus noch ganz besonders ist. Das ist viel Arbeit und Rennerei und Kampf, aber auf der anderen Seite habe ich ein Kind, was mir einen ganz anderen Blickwinkel auf viele Dinge verschafft.

Ein Leben ohne Kinder ist für mich nicht denkbar. Hätte ich die Wahl, würde ich mich immer wieder genauso entscheiden. Auch wenn ich auf vieles verzichten muss. Aber ich habe von klein auf gelernt, mit wenig auszukommen und hab mir erfahren, wie es ist, im Geld zu schwimmen. Also fehlt mir auch nichts.
#5
Da ich selbst ein Mensch bin, der keine Kinder bekommen möchte, sollte ich mich wohl auch äußern;
Menschen die keine Kinder bekommen wollen sind egoistisch...aber die anderen wohl auch....jeder hat seinen Weg ja im Normalfall selbst entschieden und das nach seinem eigenen Willen.
Aber ich empfinde es nicht als schlimm, denn man kann sich dennoch engagieren und etwas für die Zukunft tun.
Ich habe zwar für mich beschlossen keine Kinder zur Welt zu bringen, aber schon in der fünften Klasse gesagt, dass im Fall der Fälle Kinder adoptiert werden, da es genug Kinder gibt, die ein gutes Zuhause brauchen können und ihre Chance verdienen. (allerdings fühle ich mich nicht bereit für diese Verantwortung und kann mir nicht vorstellen, die Geduld für Kinder zu haben.....)
#6
@ Mia: Ich habe damals auch gesagt, dass ich keine eigenen Kinder möchte und ich habe auch immer über Adoption nachgedacht, einfach, weil ich es schlimm finde, wieviele Kinder ohne Familie aufwachsen müssen.

Irgendwann ist das aber gekippt. Bei mir war das mit 24.

Kurz danach habe ich dann meine beiden Kinder bekommen und jetzt noch Nummer 3.
#7
Oft kann man es sich auch nicht aussuchen ob man Kinder bekommt oder nicht. Die "freie" Entscheidung dazu wird mancher Frau schon sehr früh genommen und dann sind all ihre Zukunftspläne durchkreuzt. Wie es auch passiert, es ist nicht nur eine Frage des Wollens.
Natürlich sind die Kinder unsere Zukunft aber wenn man sich die Gesellschaft in der wir momentan leben ansieht möchte ich persönlich keine Kinder in sie entlassen. Davon mal ganz abgesehen, dass es mir sowieso kaum passieren kann (außer mein Hase wird spontan auf sehr seltsame Art schwanger), habe ich eine ganze Weile mit Kindern gearbeitet, als Betreuer in einem Hort und später als Dozent für einige Schulen. Was ich da alles erleben musste im Umgang mit Eltern hat mir selten gezeigt, dass die Kinder wirklich ein Segen waren. Nur bei einigen Ausnahmen habe ich echte Liebe zum Kind gesehen und auch von den Beteiligten ausgehend gespürt. Das hat mich nicht wirklich überrascht, da ich selbst als Kind kaum etwas davon spüren durfte. Meine Kindheit war jetzt nicht wirklich grausam, aber bei 3 Geschwistern in einer 3 Zimmer-Wohnung aufzuwachsen war nicht einfach. Vor allem wenn nur die Mutter als greifbares, soziales Vorbild diente, während alle anderen Erwachsenen wie Vater, Onkel, Tanten usw. tagsüber arbeiteten und am Wochenende ihre Ruhe haben wollten.
Das und noch viele andere Erfahrungen prägten wohl meine Ansicht zum Thema Kinderbekommen, und selbst wenn ich hetero wäre, wollte ich ehrlich gesagt keine Kinder in die Welt setzen. Das ist nicht mal egoistisch - so wie Mia schon andeutete ist es selbst für Eltern eine egoistische Entscheidung Kinder zu bekommen, um sich selbst einen Wunsch zu erfüllen nach Nachwuchs, Lebenssicherung und Alterspflege - sondern aus reiner Überlegung und Beobachtung "geboren".
Natürlich habe ich im Umgang mit Kindern auch viel Positives erfahren, denn Kinder sind auf ihre sprunghafte, ungekünstelte Art einfach Gold wert. Aber wenn ich sehe, unter welchen Bedingungen viele aufwachsen müssen und von selten dummen Vorbildern geprägt werden, dann vergeht einem einfach alles. Wie oft saß ich den Tränen nahe oder vor Wut schäumend bei einem Kind und versuchte zu verstehen, wie Eltern so grausam sein können. Ich gehe da jetzt nicht auf Einzelheiten ein, aber da ich im allgemeinen als kalter Hund gelte kann sich vielleicht jeder ausmalen, welche Ausmaße das Erlebte hatte.
#8
Den bisher genannten Thesen stimme ich zu: Jede Entscheidung ist auf ihre Weise egoistisch - und das ist auch legitim. Sich etwas zu wünschen und das dann zu erfüllen ist ja ein wichtiger Antrieb im Leben. Diese Wünsche können dann Kinder beinhalten oder eben nicht.
Was ist der größere Egoismus: sich klar gegen Kinder entscheiden oder gegen jede Vernunft und jeden Anstand Kinder zu bekommen, obwohl man nicht in der Lage ist, sich um die dann auch wirklich zu kümmern?

Kinder zu haben sehe ich als große Aufgabe und große Verantwortung. Ein guter Freund von mir ist vor kurzem Vater geworden. Er hat mir dazu gesagt, daß diese Bindung sein Leben komplett verändert: Er ist glücklich, wenn sein Sohn glücklich ist. Wenn es seinem Sohn schlecht geht, geht es ihm schlecht. Wenn man nicht dazu bereit ist, so an jemanden gebunden zu sein und eine solche Verantwortung zu tragen, empfinde ich die Entscheidung gegen Kinder als vernünftig. Genauso finde ich es vernünftig und in Ordnung, sich gegen Kinder zu entscheiden, wenn man schon im Vorfeld klar sehen kann, daß mit Kindern ein sozialer Abstieg droht.

Frau Flupps und Hoshy haben ja schon dargestellt wie schlimm es werden kann, wenn Leute Kinder haben, ohne ihre Aufgabe überhaupt zu verstehen oder anzunehmen. Auch von Min kenne ich Geschichten, bei denen ich mir die Haare raufen möchte. Das macht ja deutlich, daß man nur Kinder haben sollte, wenn man auch ehrlich von Herzen Kinder haben möchte. Sonst tut man sich und auch den Kindern mit Sicherheit keinen Gefallen.

Das Argument, Kinder nicht in diese Welt setzen zu wollen, überzeugt mich nur bedingt. Zum einen war die Welt in dieversen Abstufungen schon immer mies Wink Zum anderen bekomme ich ja durch Kinder die Möglichkeit, Einfluß auf die Zukunft zu nehmen. Wenn man seine Kinder zu vernünftigen, toleranten Menschen erzieht, tragen die ja diese Werte in die Welt hinaus. Daraus folgere ich: Wenn wir gerne eine Zukunft hätten, in der sich Werte wie Vernunft, Anstand und Toleranz durchsetzen sollen, müssen vor allem die vernünftigen, anständigen und toleranten Menschen Kinder bekommen Wink

Wir möchten gerne Kinder. Ehrlich und von Herzen - wie es Barmonster aber schon angesprochen hat, stellt sich da natürlich die Frage, wie man das schafft. Und daran werkeln wir noch.
#9
Deinen Beitrag habe ich total gerne gelesen, Henning.

Ich will noch kurz ergänzen: Man macht als Eltern nie alles richtig... man hat nie die "perfekten Bedinungen"

Gerade gestern ist es mir passiert. Ich hatte Stress bei der Arbeit und als Jannik dann was falsches sagte, bin ich wütend geworden und hab geschimpft. Er hat geweint und es nicht verstanden.

Ich habe mich dann bei ihm entschuldigt und ihm erklärt, warum mir diese Kleinigkeit reichte, um an die Decke zu gehen.

Abends erzählen wir uns oft Geschichten. Er erzählte mir an dem Abend eine Geschichte von einem kleinen Teddybären, der von seiner Teddymama Ärger bekam... aber das die Teddymama einen bösen Chef hat und ungerecht behandelt wurde und dass die Teddymama sich entschuldigt hat. Und dass der kleine Teddy seine Teddymama ganz doll lieb hat.

Ich hätt heulen können. Es hat mir aber gezeigt: Ich darf auch mal Fehler machen. Wichtig ist, dass man dann drüber spricht und seine Schwächen auch eingestehen kann.


Genauso sehe ich es mit meinen Eltern: Meine Eltern haben ALLES falsch gemacht, was man falsch machen kann. Alkoholiker... das leben auf engstem Raum etc. und trotzdem hatte ich keine so schlechte Kindheit. Ich hatte eine enge Bindung zu meinen Geschwistern und habe viel kompensieren können.

Diese Erfahrungen haben mich geprägt und zu dem gemacht, was ich bin. Man wird nicht automatisch ein Sozialfall, weil die Eltern es waren... oder wegen der schlechten Vorbilder zum Alkoholiker.

Ich trinke (so gut wie) keinen Alkohol, rauche nicht, habe eine gute Ausbildung und stehe seit 20 Jahren auf eigenen Beinen.

Ich bin froh, dass meine Eltern sich für Kinder entschieden haben... ich hätte mir nur gewünscht, dass sie es auch so gesehen hätten (damals)
#10
Was man auf jeden Fall auch bedenken sollte ist, dass man nicht nur sein Geld und Freizeit, sondern auch sein Leben und sein Herz noch weiter teilen muss, wenn man Nachwuchs hat. Da will dann jeder was von haben und man muss mit viel Geduld, Liebe und Energie an alle möglichst gleich verteilen. Ich stelle mir das ziemlich schwer vor und teilweise schädlich für eine Beziehung.
Für mich ist mein Partner der wichtigste Mensch und wenn ich einfach mal mit meinen früheren Haustieren vergleiche (nicht böse gemeint Liebster (^3^)* ), dann erinnere ich mich, dass ich niemals meine Liebe und Zuneigung an alle gleich verteilen konnte und immer einen Liebling hatte, sodass ich das andere Haustier irgendwann vernachlässigte. Ich habe mich immer dafür gehasst, aber an meinen Empfindungen zu dem bestimmten Tier änderte es nichts.
Wenn ich mir vorstelle ein Kind zu haben, dann wüsste ich nicht, ob ich es schaffen könnte meine Liebe (usw.) zu teilen und in welchem Verhältnis. Auf jeden Fall aber wäre es mir für mindestens einen nicht genug und würde sich irgendwie ungerecht anfühlen.
Aber das ist glaube ich schon irgendwie eine Eigenart von mir...dass ich mich nur auf eine Person "fixieren" kann.
Dennoch, ich glaube auch bei Menschen die das besser können als ich, ist es oft ein schwieriger Balanceakt und es steht sicher oft genug die Frage im Raum, WIE LANGE das Ungleichgewicht anhalten wird. Denn wenn es zu lange ungleich bleibt, kann das schon gut was kaputt machen. Was ich weder meinem Mann, noch meinem Kind zumuten wollen würde.


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